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	<title>hausmannskost. &#187; musik</title>
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		<title>Marusha &amp; TokTok von hinten</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 19:19:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[15.05.2010 &#8211; Junimond &#8211; hinter der Mainstage in Halle 2 großartige visuals von Matthias Helbing//Unique Recordstore Magdeburg]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/05/IMG_0476.jpg" width="630" height="840" alt="IMG_0476.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p>15.05.2010 &#8211; Junimond &#8211; hinter der Mainstage in Halle 2</p>
<p><span id="more-1683"></span>
<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/05/IMG_0468.jpg" width="630" height="473" alt="IMG_0468.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p>
<img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/05/IMG_0456.jpg" width="630" height="473" alt="IMG_0456.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p>
<img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/05/IMG_0450.jpg" width="630" height="473" alt="IMG_0450.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p>
<img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/05/IMG_0485.jpg" width="630" height="473" alt="IMG_0485.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p>
<img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/05/IMG_0503.jpg" width="630" height="473" alt="IMG_0503.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p>
<img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/05/IMG_0492.jpg" width="630" height="473" alt="IMG_0492.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p>großartige visuals von Matthias Helbing//Unique Recordstore Magdeburg</p>
<p></p>
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		<title>Essenz &#8211; Tag 10 &#8211; Montag &#8211; 5. Teil</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 15:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>peter</dc:creator>
				<category><![CDATA[essenz]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe einen Plünderungsstopp erlassen. Auch wenn die Heerführer der Basken nicht gerade glücklich darüber sind und glauben, dass Rom als Erster alle Schätze an sich reißen will, liegt mir nichts ferner. Den Goldschatz, der in diesen Mauern verborgen sein soll, halte ich für einen Mythos und selbst wenn, sollen die Männer sich doch eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/05/Tag_10_Teil_5.jpg" width="630" height="240" alt="Tag_10_Teil_5.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p style="text-align: justify; font-family: Verdana; color:blue"><i>Ich habe einen Plünderungsstopp erlassen. Auch wenn die Heerführer der Basken nicht gerade glücklich darüber sind und glauben, dass Rom als Erster alle Schätze an sich reißen will, liegt mir nichts ferner. Den Goldschatz, der in diesen Mauern verborgen sein soll, halte ich für einen Mythos und selbst wenn, sollen die Männer sich doch eine kleine Belohnung gönnen. Meine Gedanken gelten den letzten Worten des Bischofs und der stummen Akzeptanz seiner Gefolgschaft im Angesicht des sicheren Todes.</i></p>
<p><span id="more-1666"></span>
<p style="text-align: justify; font-family: Verdana; color:blue"><i>‚Die Rettung der Seelen ist unsere Aufgabe und jeder wird sein Opfer bringen um dies zu ermöglichen.’<br />
Ich bin mir sicher, dass hinter diesen Worten mehr stand, als ein bloßes Glaubensbekenntnis. War es vielleicht ein Ansporn an seine Jünger, diese bemerkenswerte Akzeptanz aufrechtzuerhalten? Die Ruhe dieser Menschen war zu unnatürlich. Verbargen sie etwas? ‚Die Rettung der Seelen ist unsere Aufgabe’ Ihre Seelen waren nach ihrem Verständnis bereits gerettet, also gab es keine Aufgabe. Das Konzil hatte mir einst einen langen Text über die Albigenser vorgelegt, nach dem einer ihrer ketzerischen Grundpfeiler die Bekehrung Anderer sei. Könnte es vielleicht sein…? Nein, das ist undenkbar. Diente dieses ganze Gebaren bis zum Ende etwa der Rettung ihres Glaubens? Aber wie sollten sie…? Es musste jemand entkommen sein. Ein Mann oder eine Frau. Jemand, der in der Lage war ihre Lehren weiter zu verbreiten. Wenn das der Fall war, so wäre meine Mission hier gescheitert. Aber wie hätte dies gelingen sollen? Alle Ausgänge wurden überwacht und waren Tag und Nacht unpassierbar. Es musste in den Wirren der Schlacht geschehen sein. Es ist mir ein Rätsel wie diesem Gemetzel jemand entgehen konnte, aber ich muss Gewissheit haben. Wenn sich diese 225 Menschen ohne Klagen haben verbrennen lassen um einen Flüchtling zu schützen, so muss es sich um mehr handeln als um einen einfachen Prediger. Oder einen „Perfectus“, wie sie es nennen. Es gibt noch genug von ihnen in Italien und der Schweiz.<br />
Ich verlasse mein Zelt und gehe zwischen den grölenden Männern hindurch zur Burg. Sie sind inzwischen trunken vom Wein und sollen ausgelassen feiern, so dass niemand mich mit Fragen behelligt. Ich durchschreite das Haupttor. Die Flügel sind aus den Angeln gerissen worden und unter ihnen quillt ein gutes Duzend stinkender Leiber hervor. Kleine Bäche roten Blutes vermischt mit Kot und Urin rinnen noch immer die Steigung zum Innenhof hinab. Ich verhülle meine Atemwege mit einem Tuch, als ich an dem schwelenden Berg verkohlter Körper vorbeigehe. Der Anblick erstarrter Frauen, die mit offenen Mündern ihre unkenntlich verbrannten Kinder noch im Tode umklammern bestärkt meine Theorie. Ich verweile nicht sondern steige die Stufen zum Zimmer des Bischofs hinauf. Natürlich finde ich viele Bücher und einige Reliquien. Das Evangelium zwischen all diesen irregeleiteten Schriften zu finden macht mich rasend und ich beginne wahllos aus dem Fenster zu werfen was ich finde. Die Sonne bringt das Rot des Abends und erleuchtet den Les Coussats in friedlicher Ferne. Kein Hinweis offenbart sich mir und kein Zeichen wird mir zuteil, dass ich ergründe das Geheimnis dieser Verschwörung. Denn dass diese besteht ist nun mein fester Glaube. Niemand, der in die Augen dieser Todgesagten geblickt hat, wird leugnen können, dass sie sich für ein höheres Ziel geopfert haben. Ich werde eine Nachricht an den Heiligen Vater senden lassen. Er soll mir das Kommando über eine von mir ausgewählte Schar von Männern geben und uns seinen Segen erteilen das Land in alle Winde zu durchstreifen. Auch werde ich um ein Dekret zur Weisungsbefugnis gegenüber den jeweiligen lokalen Inquisitoren erbitten. Die Dringlichkeit wird Innozenz IV überzeugen.</i></p>
<p style="text-align: justify; font-family: Verdana">Ein sicher gesetzter Punkt beendete den letzten Satz. ‚Scheinbar sollte ich wirklich nur bis zu dieser Stelle der Geschichte schreiben.’, dachte Marek und bemerkte sogleich, dass seine Gedanken eine führende Kraft vollends zu akzeptieren schienen. Andererseits war es auch inzwischen widersinnig zu leugnen, dass er aus freien Stücken schrieb. Noch betrachtete Marek diese geheimnisvolle Quelle als unterbewusst in ihm schlummernde Inspiration, doch insgeheim zweifelte er bereits daran. Die Ursache dafür, sich dem Gedanken einer federführenden Macht weiterhin zu verwehren, lag darin begründet, dass dies mit dem Eingestehen des Nichterklärbaren einhergehen würde – und dazu war er noch lange nicht bereit. Es könnte genauso gut eine Art allergische Reaktion auf den Weihrauch sein, der ihn ohne Erinnerung schreiben ließ. Ja genau. Oder vielleicht hatte er auch einen Tumor im Kopf. Viele Schriftsteller hatten die verrücktesten Ideen, nur weil eine todbringende Geschwulst irgendwas im Gehirn zusammendrückte. Da war sie wieder seine Blase der Erklärbarkeiten.<br />
Als Marek der Irrsinn seiner Überlegungen bewusst wurde, schüttelte er sich und atmete tief durch. Eigentlich hatte er gar keine Zeit weiter darüber nachzudenken. In der Küche hörte er die Mutter hantieren und er wollte ihr Gesellschaft leisten um dann mit zur versprochenen Andacht zu gehen. Dokument speichern. Programm schließen. Rechner herunterfahren.<br />
Als eine halbe Stunde später zwei in Trauer vereinte Menschen die Kirche von Purzin betraten, waren Trost und Furcht ungleich verteilt. Nachdem Beide in einer der vorderen Reihen Platz genommen hatten, senkte Helene Korsak ihr Haupt und verfiel in jene Art Schweigen, dessen Durchbrechen durch kein Ereignis auf der Welt zu rechtfertigen wäre. Marek jedoch plagte das Bangen, er könne wieder anfangen etwas aufzuschreiben und seine Mutter würde dabei vielleicht glauben, ihr Sohn wäre wahnsinnig geworden. So setzte er sich auf seine Hände und versuchte wahllos sich auf jede erdenkliche Banalität zu konzentrieren, nur um Herr seines Denkens zu bleiben. Eine halbe Stunde verbrachten sie so und nichts schien zu geschehen. Helene Korsak stieß einen kleinen Seufzer aus und der Sohn legte den Arm um sie.<br />
„Mama,“, brach er flüsternd das Schweigen. „was wirst du jetzt tun?“<br />
Helene sammelte sich einen Moment und tupfte eine Träne aus dem Auge. „Was meinst du?“<br />
„Ich meine mit Allem hier. Weißt du – das klingt vielleicht komisch für einen Sohn, aber ich würde mich freuen dich mehr in meiner Nähe zu haben.“<br />
„Ich zieh’ hier nicht weg.“, kam die Antwort.<br />
„Ich mein’ ja nur. Du hast doch noch Freunde in Düsseldorf und irgendwann muss ich auch zurück und hier…“<br />
Ein kleiner Teil von Marek ekelte sich in diesem Moment vor sich selbst. Ihm wurde das alles hier zu unheimlich und eigentlich wollte er jetzt nur noch den Roman vollenden, den er zu schreiben schien und dann weg hier. Und die Mutter sollte mitkommen und nicht in diesem Dorf voll versteckter Kirchen und seltsamen Pfarrersbrüdern vereinsamen. Aber Marek kannte die nun folgende Antwort bereits und genau deshalb verachtete er seinen Egoismus.<br />
„Dieses Haus in diesem Ort war auch mein Traum. Dein Vater hat es ordentlich in Schuss gebracht und es gibt hier noch eine gute Nachbarschaft. Ich bin hier angekommen und werde es auch bleiben. Außerdem könnte ich Heinz gar nicht mehr besuchen, wenn ich wieder hunderte Kilometer weit weg wohnen würde.“ Das alles sprach sie in dem gleichen ruhigen Ton, den sie seit der schrecklichen Nachricht anschlug, aber Marek spürte ihre Empörung. Statt zu antworten, nahm er ihre Hand und streichelte sie.<br />
Noch eine Weile saßen sie so da. Schließlich verließen sie wieder das Gebäude, ohne dass etwas Ungewöhnliches geschehen war.<br />
Zu Hause angekommen hatte jeder von beiden das unausgesprochene Bedürfnis für einen Moment allein zu sein. Helene Korsak legte sich vor dem Abendessen noch einmal hin. Marek hingegen goss sich ein Glas Leitungswasser ein – welche Köstlichkeit dies doch im Vergleich zum Großstadtwasser war – und dachte darüber nach, was seine nächsten Schritte für den Tag seien? Vor der „weißen Kirche“ hatte er momentan zu viel Angst. Zwar geschah dort mit ihm im Grunde das Gleiche wie in der Dunklen, aber die Zustände waren anders – es war zu real. Er erinnerte sich an die Schriften, die er seit Samstag mit sich herumtrug. Die könnte er doch jetzt übertragen? Nein, das war eine Arbeit für die Nacht. Er hatte noch für etwa drei Stunden Tageslicht und so schrieb er einen Zettel mit der Botschaft, er sei sich die Beine vertreten und mache sich auf in Richtung Berg. Papier und Stift waren in limitierter Form vorhanden und um Zeit zu sparen steuerte er den steilen Hang hinter der weißen Kirche an. Als er sich der Kirche nährte, war da schon wieder das Sausen in den Ohren, aber diesmal blieb Marek stehen. Das konnte inzwischen kein Zufall mehr sein. Was war es, das ihm ständig diesen Ton in die Ohren trieb? Er rieb sich die, vom vielen Wachen und Schreiben, trägen Augen und sah sich um. Er stand mitten auf dem Kirchplatz, etwa zehn Meter vom seitlichen Eingang des Gotteshauses entfernt. Kein Mensch war zu sehen, denn der allgemeine Feierabend sollte erst in einer Stunde die Bewohner zurück in ihre Häuser führen. Erinnerungen begannen sich zu sammeln.<br />
‚Wann habe ich dieses Geräusch denn zum ersten Mal gehört?’, dachte er. ‚Richtig – auf dem Berg nach dem Blitzeinschlag. Aber da war es ja auch begründet. Dann wieder als ich am Samstag den Berg hinaufgeklettert bin. Und heute Morgen war es auch wieder da, aber nicht gestern zur Messe und auch nicht vorhin.’ Marek beschlich eine Vermutung, die er auch gleich begann zu überprüfen. Für einen Hörschaden schien das Sausen zu sehr an einen bestimmten Ort gebunden zu sein. Es musste die Kirche im Berg sein. Vielleicht sendete sie irgendeine Art Feld aus, dass ihm die Trommelfelle zum Klingen brachte. So was hatte man schon gehört. Vielleicht extrem langwelliger Infraschall oder irgendein anderer wissenschaftlicher Kram? Er ging auf direktem Weg auf den Berg zu. Er hatte die Dorfkirche passiert und das Sausen in den Ohren schwoll an und wurde zum Dröhnen. Das war der Beweis – den Berg mit den Augen fixierend ging Marek darauf zu und konzentrierte sich auf das Geräusch in seinen Ohren. Er die Rückseite der Dorfkirche erreicht und stand bereits auf dem Friedhof als das Geräusch begann abzunehmen. Verwirrt ging er langsam weiter, bis plötzlich wieder die natürlichen Hintergrundgeräusche eintraten. Das Brummen war weg. Ein Déjà-vu durchfuhr ihn und langsam dämmerte es Marek. Lieber wäre ihm allerdings gewesen, er hätte dieses Geräusch mit in die Schublade des Unerklärlichen packen können, welche ohnehin schon in dieser Bergkirche auf ihn wartete. Marek tat einen Schritt zurück und erfuhr Gewissheit. Nicht die dunkle Kirche produzierte dieses Geräusch, sondern die Weiße. Nicht etwas im Berg Verborgenes, sondern ein für alle sichtbares Gebäude war die Quelle. Ein kalter Schauer durchfuhr ihn dort wo er stand und die Zusammenhänge traten deutlich hervor. Stets kam das Geräusch, wenn er sich der weißen Kirche auf bis zehn Meter genährt hatte. Da er dies nur tat, wenn er den direkt dahinter liegenden, steilen Aufstieg zum Berg nahm, und nicht wenn er einen großen Bogen zur flacheren Seite wählte, ergab das alles einen Sinn. Neben der wahnwitzigen Frage des ‚Warum’ war nun aber noch das ‚Wann’ zu klären. Doch so sehr Marek auch darüber grübelte, er konnte weder Tageszeit noch Wetterlage in einen Zusammenhang mit dem Geräusch in seinem Kopf bringen. Er umschritt einmal das gesamte Gebäude, wohl darauf bedacht dabei wie ein andächtiger Spaziergänger zu wirken. Das Feld schien einen konstant abnehmenden Ring zu bilden und Marek war sich sicher, dass dieser sich nicht nur auf eins achtzig seiner Körperhöhe beschränkte. Nachdem er wusste worauf er sich konzentrieren musste, konnte sein Gehör die Ausdehnung sogar bis auf vierzehn Schrittlängen nachvollziehen. Ging er jedoch so nahe an eine Wand heran, dass er diese fast berührte, ließ der Ton sehr schnell nach und verstummte.<br />
„Wie der Kern einer Feldspule“, murmelte Marek und betastete die Außenwand als hätte er Angst einen elektrischen Schlag zu bekommen. Ein paar Feldlinienbilder aus alten Physikschulbüchern huschten ihm durch den Kopf. Wenn dieses Feld tatsächlich von den Wänden der Kirche ausging, so dürfte es im Inneren nicht existieren, oder? Vielleicht war das auch Unsinn, aber andere Optionen außer Ausprobieren hatte er nicht und so zog er den Schlüssel aus der Tasche, betrat das Gebäude und tatsächlich – das Geräusch verstummte.<br />
‚In Ordnung’, dachte er. ‚Da umgibt also etwas das das Gebäude. Kein Problem. Ich werde wohl kaum der Einzige sein, dem das aufgefallen ist. Ich habe ein physisch wahrnehmbares Phänomen, also ist es auch messbar und damit sicher begründbar.’<br />
Marek stemmte die Hände in die Hüften und war tatsächlich zufrieden mit sich und seiner wissenschaftlichen Analyse. Die fadenscheinige Selbsterklärung gab seinem Ego ungerechtfertigter Weise sogar einen regelrechten Schub, denn er als Schriftsteller war ja eigentlich weit entfernt von den Methoden naturwissenschaftlicher Erforschung. Vielleicht war es genau diese Mischung aus Arroganz und Naivität, die ihn dazu brachte sich wieder in die Reihen zu setzen und seinen Nutzen aus der Sache zu ziehen, bevor sie gänzlich entzaubert sein würde, denn Angst müsste er nur vor dem Unerklärbaren haben – und vor wildlebenden Wölfen. Wie kam er denn jetzt auf Wölfe? Aber diesen Gedanken verschob er auf später.</p>
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		<title>KEVIN DEVINE &amp; THE GODDAMN BAND am Samstag live in Magdeburg</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 19:16:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Support wird SOUTHERLY (US) dabei sein. Das wird schön. Also kommt vorbei am Samstag im Projekt 7 in Magdeburg. Mehr Informationen und Hörproben gibt es unter: Kevin Devine @ mspc southerly @ mspc rodeoclub.de projekt7.org]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/02/RodeoClub_Kevin-Devine.jpg" width="630" height="297" alt="Rodeo Club - Kevin Devine" class="aligncenter" /></p>
<p>Als Support wird SOUTHERLY (US) dabei sein. Das wird schön. Also kommt vorbei am Samstag im Projekt 7 in Magdeburg.</p>
<p>Mehr Informationen und Hörproben gibt es unter:<br />
<b><a href="http://www.myspace.com/kevindevine" target="_blank" title="Kevin Devine @ mspc">Kevin Devine @ mspc</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/southerly" target="_blank" title="southerly @ mspc">southerly @ mspc</a><br />
<a href="http://www.rodeoclub.de" target="_blank" title="www.rodeoclub.de">rodeoclub.de</a><br />
<a href="http://www.projekt7.org/" target="_blank" title="www.projekt7.org">projekt7.org</a><br /></b></p>
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		<title>5 Jahre R&amp;R-Highschool in der Feuerwache Magdeburg</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 19:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bastian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[++++++++++++++ Werbung in eigener Sache ++++++++++++++ Am 12.02.2010 feiern wir (der RodeoClub und pop10 live) mit Euch den 5. Geburtstag unserer Rock &#8216;N&#8217; Roll Highschool-Party in der Feuerwache Magdeburg. * * electro-floor * * AUDIFONO, MORITZ KAISER aka RAKETE 3000, CPT.EMO.DJ.TEAM, KAOSS KIDS (live!) ? * * rock &#38; indie-floor * * BILLY THE HIT, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2010/02/rock_n_roll_highschool_magdeburg.jpg" width="600" height="400" alt="Rock'N'Roll Highschool Party Magdeburg" class="aligncenter" /></p>
<p style="text-align: center;">++++++++++++++ Werbung in eigener Sache ++++++++++++++</p>
<p style="text-align: center;">Am 12.02.2010 feiern wir (der RodeoClub und pop10 live) mit Euch den 5. Geburtstag unserer Rock &#8216;N&#8217; Roll Highschool-Party in der Feuerwache Magdeburg.</p>
<p><span id="more-1589"></span>
<div style="text-align: center;">
  * * <span style="text-decoration: underline;"><b>electro-floor</b></span> * *
</div>
<div style="text-align: center;">
  AUDIFONO, MORITZ KAISER aka RAKETE 3000, CPT.EMO.DJ.TEAM, KAOSS KIDS (live!)
</div>
<div style="text-align: center;">
  ?
</div>
<div style="text-align: center;">
  * * <span style="text-decoration: underline;"><b>rock &amp;</b></span> <span style="text-decoration: underline;"><b>indie-floo</b><b>r</b></span> * *
</div>
<div style="text-align: center;">
  BILLY THE HIT, STEPHAN MICHME, DJ BUGS, THE OTHER MAN, SIR DANCE-A-LOT
</div>
<p style="text-align: center;">Los geht es ab 23:00 Uhr. Seid dabei!</p>
<p style="text-align: center;">Einen kleinen kleinen Vorgeschmack auf die Live-Qualitäten der KAOSS KIDS gibt es hier:</p>
<div id="container" style="width: 401px; margin-left: auto; margin-right: auto; text-align: center;">
<div id="content" style="text-align: left;">
    <object width="400" height="225"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8855497&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8855497&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="400" height="225" /><br />
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<p>?</p>
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		<title>Essenz &#8211; Tag 5 &#8211; Mittwoch &#8211; 1. Teil</title>
		<link>http://www.hsmnnskst.de/essenz/essenz-tag-5-mittwoch-teil/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Dec 2009 15:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>peter</dc:creator>
				<category><![CDATA[essenz]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
		<category><![CDATA[kostenlos]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Benedix]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder eine Nacht vorbei. Wieder traumlos und wieder eine Stunde früher wach. Marek war gestern zur Sicherheit erst um eins ins Bett gegangen um seinen Großstadtrhythmus nicht zu verlieren. Aber nun, sechs Stunden später, war er hellwach und wartete auf den Sonnenaufgang. Eigentlich wartete er mehr darauf, dass es hell wurde, denn auch heute hatten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2009/12/Essenz_Tag5_Teil1.jpg" width="630" height="240" alt="Essenz Tag 5 1. Teil" class="aligncenter" /></p>
<p style="text-align: justify; font-family: Verdana">Wieder eine Nacht vorbei. Wieder traumlos und wieder eine Stunde früher wach. Marek war gestern zur Sicherheit erst um eins ins Bett gegangen um seinen Großstadtrhythmus nicht zu verlieren. Aber nun, sechs Stunden später, war er hellwach und wartete auf den Sonnenaufgang. Eigentlich wartete er mehr darauf, dass es hell wurde, denn auch heute hatten die Wolken ihre himmlische Machtstellung nicht aufgegeben. Mit Heike war man gestern so verblieben, dass man Günther am Abend zur Rede stellen wollte, sofern dieser nicht noch länger in der Stadt blieb.</p>
<p><span id="more-1501"></span>
<p style="text-align: justify; font-family: Verdana">Der Tag begann sich zu entfalten. Die Wolken blieben, aber die Luft roch nicht mehr nach Gewitter und auch die Vögel in den Bäumen machten akustisch nicht den Eindruck, als würden schwere Zeiten bevorstehen. ‚Ein Tag für die Melancholie’, dachte sich Marek. Er mochte solche Tage und verbrachte sie liebend gern in freier Natur. Ein Schwatz mit ein paar Dorfbewohnern beim Bäcker – heute war er früh genug dran, um noch eine gute Auswahl genießen zu können – und auf ging es zum Hügel hinter der Kirche.<br />
Am Hang erkannte er den Stamm wieder, der seinen Fall am Vortrag gebremst und ihn somit gehindert hatte aufs freie Feld zu rennen. Er bedankte sich innerlich und stapfte weiter bergauf. Kurz vor dem Gipfel machte er eine Pause, aß ein paar Happen und erreichte schließlich wieder das Plato. In etwa hundert Meter Entfernung konnte er die riesige entwurzelte Eiche sehen. Der breite Fächer langer, hölzerner Finger hatte einen großen Teil des Erdreiches aus der angrenzenden Erhebung herausgehebelt und tatsächlich sah Marek dort hinten wieder etwas Rotes aufblitzen. Es war also keine Einbildung gewesen. Schnell war die Ebene durchschritten und der Baum erreicht. In dem Loch, das hinter dem Wurzelbalg in dem kleinen Extraberg klaffte, sah er es schließlich. Es war eine Struktur, eine Art Ton oder Keramik. Sie steckte auf Mareks Augenhöhe mitten in der Erde – etwa zwei Meter über Grund und einen Meter über der Kuppel. Marek griff danach und zog daran, aber es saß fest. Stattdessen rutschte er von dem feuchten Material ab und prallte unangenehm mit dem Rücken an das Wurzelgeflecht. Da schien noch etwas Größeres dranzuhängen. Vielleicht konnte er es ausgraben. Schnell wurde eine starke Wurzel abgebrochen und Marek begann in dem Hügel zu stochern. Plonk. Ein seltsames Geräusch ertönte an der Stelle, an der er weitere Erde vermutet hatte und wieder legte Marek etwas von diesen roten Tonresten frei. Das waren jetzt schon zwei Platten, die sich an den Rändern überlappten, und links und rechts von ihnen schienen sich weitere Platten zu befinden. Jede Platte eine gute handbreit und ein ganzes Stück länger als eine solche. Das sah nicht aus wie ein natürliches Vorkommen. Marek legte noch ein halbes Duzend auf jeder Seite frei, als sich ein größerer Brocken Erde über ihm löste und zu Boden rutschte. Erst wich Marek zurück, da er Angst hatte, der Rest der Kuppel würde nachrutschen, aber dann sah er viele weitere freigelegte Platten gleicher Bauweise, die sich an der Oberkante und an den Seiten überlappten. Und plötzlich wusste Marek, woran ihn diese Farbe und jetzt auch diese ganze Struktur erinnerte – nur zwei Tage zuvor hatte er selbst damit schmerzhafte Bekanntschaft gemacht. Das waren Dachziegel. Das war ein Dach! Er stand vor einem verschütteten, von Menschenhand erschaffenen Schieferdach. ‚Nein’, dachte er ‚nicht verschüttet. Ich stehe hier auf dem Gipfel – dieses Dach wurde eingegraben und auch das, was sich darunter befindet.’<br />
Ein Kribbeln durchzog Mareks Körper und für einen Moment machte sich Skepsis breit. Hatte da wirklich jemand einen Schuppen oder ein kleines Haus eingegraben? Mitten auf einem Hügel? Es gab nur einen Weg das herauszufinden. Marek stocherte nach Leibeskräften mit seinem improvisierten Werkzeug im Dreck herum. Das Dach stieg in einem Winkel von etwa zwanzig Grad an und spitzte sich nach oben hin zu. Die Kantenlänge an der Basis konnte Marek auf der einen Seite auf zweieinhalb Meter abschätzen. Eine Stunde kratzte er mit seiner abgebrochenen Wurzel herum, bis er einsah, dass er für sein Vorhaben ordentliches Werkzeug benötigen würde. Außerdem plagte ihn schon wieder der Hunger und der Proviant war bereits verbraucht.<br />
Somit stieg er wieder hinab, aß mit seiner Mutter zu Mittag, griff sich eine Schaufel und für alle Fälle auch eine Hacke aus der Gartenbaustelle, und war kurze Zeit später wieder bei seiner Entdeckung. Der Mutter hatte er nichts erzählt, da er sich dies für den großen Auftritt offen hielt, falls seine Entdeckung etwas wirklich Spektakuläres werden sollte. Zudem hatte er überprüft, ob vom Dorf aus etwas zu sehen war, doch der Bewuchs verhinderte neugierige Blicke.<br />
Und so begann er zu graben. Das Dach war schnell freigelegt. Es war fast quadratisch in der Grundfläche und bildete eine flache Pyramide knapp zwei Meter über Grundfläche des Haupthügels. Das Erdreich über dem Dach war abgetragen und Marek fiel ein kleines Loch in der Spitze der Pyramide auf. Es war in Messing gefasst und sah aus, als hätte einmal etwas darin gesteckt. Aber vorerst wollte er wissen, was sich unter dem Dach befand. Zerstören war nicht in seinem Sinne. Sein ehemaliger Archäologen-Mitbewohner hätte ihn für soviel Grobheit getötet.<br />
Es war bereits drei Uhr durch und immer noch jagten dichte Wolken ihre unheilvolle Last über den Himmel. Marek schaufelte mehr und mehr Erde beiseite, wurde aber dabei auch immer langsamer. Er war körperliche Arbeit nicht gewohnt und seine feinen Schreiberhände würden sicher Blasen davontragen. Aber das sollten die Sorgen von morgen sein. Langsam und stetig schälte sich der Unterbau heraus. Die Wände schienen gemauert und hell verputzt. Für einen Schuppen ein wenig zu aufwendig und für ein Haus eigentlich zu klein. Vielleicht aber doch ein besonders robuster Unterstand für Wanderer oder Schäfer, für den Fall eines Unwetters. Aber mitten auf dem Berg? Die Erde wich weiter und Wände gewannen Stück für Stück ihre Freiheit wieder. Irgendwann waren die Wände nicht mehr durchgehend, sondern bildeten an jeder der vier Seiten halbrunde Öffnungen. Marek begann im Kreis zu graben. Er hätte auch jede Wand einzeln freilegen können, aber er wollte sich selbst nicht des Gesamteindrucks berauben. Gerade heute hätte er mal etwas von dem sonst reichhaltig ausgeschenkten Regen vertragen können. Trotz der kühlen Septemberbrise klebte das Hemd bereits schweißnass am Körper. Kleine Rinnsale liefen von der Stirn und sammelten auf ihrem Weg nach unten Staub und Dreck um diese in den dunklen Brauen über den grauen Augen zu versammeln. Sein Aussehen war Marek aber ziemlich egal, denn er hatte gerade bemerkt, dass er schon so weit fortgeschritten war, dass er bereits begann in den Berg selbst zu graben. Er hatte tatsächlich den gesamten kleinen Erdwall auf diesem Plateau abgetragen und ein kleines, quadratisches Häuschen mit rotem Schieferdach und vier vernagelten Öffnungen freigelegt. Das waren bestimmt vom Boden bis zur Dachspitze vier Meter oder mehr. Hell schimmerte es und Marek war sich sicher, dass man es früher, als die handvoll Eichen auf dem Hügel vielleicht noch nicht so riesig waren, sicher weithin hatte sehen können. Die Wände schienen noch weiter in den Boden zu gehen, aber wozu sich weiter abmühen, wenn man doch nur die Fenster aufzubrechen brauchte. Eines war nur seltsam – er hatte noch immer keine Tür entdeckt.<br />
Marek überlegte nicht lange, hob die Spitzhacke und zertrümmerte eines der Fenster. Das modrige Holz leistete kaum Widerstand und schon war eine Öffnung freigelegt. Marek war vorsichtig. Vielleicht verweste dort drinnen auch noch irgendwas und entwickelte giftige Dämpfe? Nichts davon war der Fall. Stattdessen mischte sich zu dem Duft frischer Erde etwas anderes. Nur ganz leicht, weder abstoßend noch anziehend, aber auf jeden Fall präsent. Marek kannte diesen Geruch, konnte ihn aber nicht zuordnen. Auch war im Inneren weiterhin nichts erkennen und so beschloss er auch noch die anderen drei Fenster einzuschlagen um Licht zu gewinnen. Vorsichtig steckte Marek nun den Kopf durch eines der Fenster, und konnte etwa einen Meter unter sich Holz erkennen. Bretter – vielleicht einfach nur der Boden um Eingelagertes vor Feuchtigkeit zu schützen. Aber ansonsten schien das Häuschen leer zu sein. Enttäuschung kroch in ihm hoch. Er wusste zwar nicht, was er erwartet hatte, aber ein bisschen mehr hätte es schon sein können. Nun wollte er seine Ausgrabung wenigstens einmal betreten und vielleicht kam er auch dahinter, was hier einmal aufbewahrt worden war, denn der merkwürdig bekannte Duft verstärkte sich im Inneren.<br />
Die Fenster waren nur etwas mehr als ein halber Meter in Höhe und Breite. Marek streckte reichlich ungeschickt seine Beine durch Eines hindurch und setzte sich auf den Rand. Dann stieß er sich ab. Die Fallhöhe ins Innere war eigentlich nicht der Rede wert und Marek landete sicher auf beiden Füßen. Dennoch durchfuhr ihn ein kalter Schauer als er das Geräusch vernahm, das er auf dem Holzboden erzeugte. Ein dumpfes Dröhnen hallte durch die kleine Kammer, dessen Echo nur langsam verhallte. Unter diesen Brettern konnte sich keine Erde befinden. Der Resonanzkörper musste unheimlich tief sein und diese Bretter waren mindestens so alt wie die vermoderten Verschläge, die er gerade von den Fenstern gerissen hatte. Ein Knacken durchfuhr den Untergrund. Mareks Nackenhaare stellten sich auf und wieder spürte er das Adrenalin durch sein Herz rasen. ‚Du musst hier sofort raus!’ Das Fenster war in Greifweite, er streckte die Arme nach dem Sims, hob den Kopf und – gefror zu Eis. Unfähig auch nur einen weiteren Muskel seines Körpers zu bewegen, lies er seine Augen über die riesige bronzene Glocke tasten, die direkt über ihm schwebte. Er hatte sie nicht bemerkt, da er sich die ganze Zeit nur auf den Bereich unterhalb der Fenster konzentriert hatte. Der gewaltige Schlegel ruhte unbeweglich in der Mitte des gusseisernen Monsters. Der Rest eines verrotteten Seiles hing an den dicken Holzbalken herab, die das Gewicht immer noch sicher zu tragen schienen. Da war eine Inschrift auf der Innenseite des unteren Glockenrandes, aber es fiel zu wenig Licht darauf, als dass – ein zweites Knacken riss Marek aus seinen Beobachtungen. Der Boden – er stand immer noch auf diesem Boden. Noch ein Knacken. Lauter. Viel lauter. Marek blickte nach oben, griff nach dem Sims, zog sich hoch und rutschte auf nasser Erde ab.<br />
Schwer lagen die Wolken über dem Berg, als das morsche Holz dem Gewicht des Mannes nachgab und sein Schrei einen Schwarm dunkler Vögel aufsteigen lies, direkt aus der bereits vergehenden Krone der gefallenen Eiche.</p>
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		<title>Kevin Devine &amp; Chikan diesen Sonntag im Privatclub</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Dec 2009 13:55:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[chikan]]></category>
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		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
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		<description><![CDATA[Der &#8220;Brooklyn Boy&#8221; Kevin Devine tritt am Sonntag (13.12.2009) ab 19:00 Uhr im Privat Club in Berlin Kreuzberg auf. Als Support ist Chikan aus Schweden mit dabei. Kevin Devine (29) ist ein amerikanischer Singer/Songwriter aus Brooklyn, New York und einer meiner Lieblingskünstler. Dass er auch einen Teil seiner Jugend auf Staten Island verbracht hat, mag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2009/12/kevindevine_chikan.jpg" width="630" height="287" alt="kevindevine_chikan.jpg" class="aligncenter" /></p>
<p>Der &#8220;<b>Brooklyn Boy</b>&#8221; Kevin Devine tritt am Sonntag (13.12.2009) ab 19:00 Uhr im Privat Club in Berlin Kreuzberg auf. Als Support ist <b>Chikan</b> aus Schweden mit dabei.</p>
<p><span id="more-1511"></span>
<p style="text-align: justify;"><b>Kevin Devine</b> (29) ist ein amerikanischer Singer/Songwriter aus Brooklyn, New York und einer meiner Lieblingskünstler. Dass er auch einen Teil seiner Jugend auf Staten Island verbracht hat, mag die teilweise Schwere seiner Texte erklären helfen. Die Fähre zwischen Manhattan und Staten Island ist ja nicht ohne Grund kostenlos.</p>
<p style="text-align: justify;">Seine Liveauftritte sind wunderbar emotionsgeladen und man merkt ihm die Freude an der Musik wirklich an. Ich hab ihn live im Clubkeller in (F), Projekt 7 (MD), Zapata (B), Lido (B) irgendwo in Leipzig und auf dem 2009er Melt!-Festival gesehen und war jedes Mal begeistert. Obwohl ich zugeben muss, dass ich beim Melt! ca. 99% seines Auftrittes verpasst habe.</p>
<p style="text-align: justify;">Neben seinen Solo-Aktivitäten hat Kevin auch in der Indie/Punk-Band “<b>Miracle of 86</b>” gespielt, deren Album “Every Famous Last Word” (Defiance) ich jedem unbedingt ans Herz beziehungsweise Ohr legen möchte.</p>
<div class="Links" style="float: left; width: 250px;">
  <b>Alben:</b><br />
  2002: Circle Gets the Square<br />
  2003: Make the Clocks Move<br />
  2005: Split the Country, Split the Street<br />
  2006: Put Your Ghost to Rest<br />
  2009: Brother’s Blood
</div>
<div class="Rechts" style="text-align: justify;float: left; width: 380px;">
  <br />
  Die Alben sind wirklich alle hörenswert. An dieser Stelle muss aber auch mal auf die EP &#8220;Travelling the EU&#8221; hingewiesen werden. Besonders die dort enthaltene Version von &#8220;Probably&#8221; ist unglaublich!
</div>
<p><br clear="all" /></p>
<p><b>Kevin Devine &#8211; Brooklyn Boy</b></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=9DxEhq28TBE">www.youtube.com/watch?v=9DxEhq28TBE</a></p>
</p>
<p><strong>Chikan</strong> ist der 30-jährige in Berlin lebende Singer/Songwriter Petter Söderberg aus Gävle in Schweden. Ich mag seine Musik. Nur die täglichen Proben (im Zimmer hinter meiner Küche) sind manchmal ein wenig störend. </p>
<p>Macht Euch selbst ein Bild und hört es Euch bei T61 oder MSPC an.<br />
<object width="310" height="120"><br />
  <embed src="http://www.thesixtyone.com/site_media/swf/song_player_embed.swf?song_id=4HuQhbB3bua&amp;artist_username=chikan" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="310" height="120" /><br />
</object></p>
<p><strong>weiterführende Informationen:</strong><br />
<b><a href="http://www.privatclub-berlin.de" target="_blank" title="Privatclub Berlin">http://www.privatclub-berlin.de/</a></b><br />
<b><a href="http://www.myspace.com/kevindevine" target="_blank" title="Kevin Devine @ mspc">http://www.myspace.com/kevindevine</a></b><br />
<b><a href="http://www.myspace.com/chikanmusic" target="_blank" title="Chikan @ mspc"><b>http://www.myspace.com/chikanmusic</b></a><br /></b></p>
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		<title>Essenz &#8211; Tag 4 &#8211; Dienstag &#8211; 3. Teil</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 15:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>peter</dc:creator>
				<category><![CDATA[essenz]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
		<category><![CDATA[kostenlos]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Benedix]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>

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		<description><![CDATA[Heike musste sich kurz sammeln. Die Erinnerung an das Ereignis hatte sie beinahe so stark mitgenommen, wie die beiden Zuhörer. „Sie sagte, sie wisse, dass sie eine alte Frau sei und wohl nicht mehr viele Tage auf dieser Welt habe. Aber ihr Sohn solle ihr hier und jetzt schwören, dass er sie nicht in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2009/12/Essenz_Tag4_Teil3.jpg" width="630" height="205" alt="Essenz Tag 4 Teil 3" class="aligncenter" /></p>
<p style="text-align: justify; font-family: Verdana">Heike musste sich kurz sammeln. Die Erinnerung an das Ereignis hatte sie beinahe so stark mitgenommen, wie die beiden Zuhörer.</p>
<p style="text-align: justify; font-family: Verdana">„Sie sagte, sie wisse, dass sie eine alte Frau sei und wohl nicht mehr viele Tage auf dieser Welt habe. Aber ihr Sohn solle ihr hier und jetzt schwören, dass er sie nicht in der Erde der Purziner Kirche beisetze. Günther verstand nicht ganz, was sie ihm sagen wollte. Er war immer noch zu aufgewühlt.</p>
<p><span id="more-1491"></span>
<p style="text-align: justify; font-family: Verdana">Die Alte bemerkte nun die vielen Leute im Raum, schien sich aber nicht zu wundern, richtete sich wieder an ihren Sohn und sprach die Worte, die ich wohl nie vergessen werde: ‚Bei allem was dir heilig ist, mein Sohn. Dein Vater und dein Großvater sind nicht selig geworden und du wirst es auch nicht, wenn du ihnen folgst – ich flehe dich an – schwöre mir, hier vor all diesen Menschen, die dich von Kindesbeinen an kennen – schwöre mir, deiner Mutter, dass du mich am Tage meiner Heimkehr zu Gott nicht hier begräbst.’ Günther hätte in diesem Moment wohl alles geschworen – das hätte jeder der Anwesenden im Raum. Eigentlich wäre so ein Ereignis noch Tage lang Thema Nummer Eins im Dorf gewesen, aber niemand wusste mehr darüber zu sagen, als dass, was er gesehen hatte. Keine wilden Spekulationen wurden angestellt und keine Theorien diskutiert. Danach hat man den Pfarrer jeden Tag zum Haus der Thomaks gehen sehen. Eine Woche später starb die alte Frau dann auch friedlich im Schlaf. Woran weiß ich gar nicht mehr so genau, sie hatte ja auch kaum mehr Besuch empfangen. Wahrscheinlich das Herz. Natürlich kam das ganze Dorf zur Beisetzung, aber niemand stellte die Frage, warum diese in der fünfzehn Kilometer entfernten Nachbargemeinde stattfand. Das war vor sechs Jahren.“<br />
Schweigen breitete sich aus und das Ticken der Wanduhr gab den Takt dazu. Es dauerte eine Weile, bis jemand wieder Worte fand. Es war Marek: „Heftige Geschichte. War denn etwas über neuronale Störungen bekannt?“<br />
„Du meinst ob sie bekloppt war?“, fragte Heike. „Mein Lieber, wenn ich in dem Alter noch so fit im Kopf bin mach ich drei Kreuze.“<br />
„Die arme Frau.“, meinte Helene. Gedanken versunken schüttelte sie den Kopf. „Aber wer ist dann Klara Thomak und warum erzählt Günther einem Fremden von Jemandem, den hier eigentlich jeder kennen müsste, außer ihm wohl aber noch Keiner gesehen hat?“<br />
„Und viel wichtiger ist die Frage“, setzte Marek die Gedanken seiner Mutter fort „wie ein fremder Grabstein auf den Friedhof kommt, ohne das es jemand bemerkt. Hat denn Günther wenigstens sein Bein bei einem Unfall mit der Erntemaschine verloren oder ist das auch nicht wahr?“<br />
„Doch das stimmt.“, erwiderte Heike.<br />
„Aber Günther erzählte mir, dass seine Frau ihm damals durch einen Verband an Ort und Stelle das Leben gerettet hatte.“<br />
„Günther hat sich selbst verbunden und wäre fast nicht mehr unter uns, wenn nicht sein Lehrling aufgetaucht und die Rettungskräfte alarmiert hätte. Der gute Günnie hatte sehr viel Blut verloren und war schon nicht mehr bei Bewusstsein, als der Hubschrauber endlich kam. Es stand ein paar Tage lang sehr schlecht um ihn. Aber den haut so schnell Nichts um – hast ihn ja Lachen sehen.“ Heike überlegte kurz. „Aber davon, dass eine – oder vielmehr „seine“ Frau ihm geholfen haben soll, hat er nie was erzählt. Vielleicht hat ihn der hohe Blutverlust Dinge sehen lassen, die so nicht passiert sind.“<br />
„Und der Grabstein?“, fragte Marek. „Was ist damit – ich habe ihn doch selbst gesehen – gleich hier hinter der Kirche?“<br />
„Ja, das ist schon merkwürdig. Weil hier jeder weiß, wer auf dem Friedhof liegt und niemand nach dem Stein seiner Lieben suchen muss, würde ein Stein mehr oder weniger sicher auffallen. Standen da vielleicht noch andere Namen auf dem Stein?“<br />
„Das kann ich gar nicht mehr so genau sagen.“, gab Marek zu. Der Stein war ziemlich zugewuchert und ich war von der ganzen Lauferei auch schon recht müde.“<br />
„Ich will das mal sehen.“, sagte Heike. „Komm Helene, wir schauen uns das gleich mal an. Den Kaffee nehmen wir mit.“<br />
Und so spazierten die drei, jeder mit seiner Tasse in der Hand, zur Hauptstraße, über den Kirchplatz und hin zum Friedhof. Sie gaben sicher von Weitem eine lustige Gesellschaft ab, wenn das Wetter nicht so schwermütig und die Gesichter nicht so ernst gewesen wären. Aber Heike bestand darauf, das ansonsten gemütliche Kränzchen nicht zu unterbrechen.<br />
Am Friedhof angekommen fanden sie recht schnell den besagten Grabstein und zu Heikes großer Verwunderung, hatte Marek die Wahrheit gesagt. Nicht dass sie ihn der Lüge bezichtigt hätte, nur hätte sie innerlich lieber eine Verwechslung vorgezogen, als dass diese alten Ereignisse dadurch wieder in den Vordergrund rückten. Dies war ein ruhiges Dorf und genau das machte das Leben hier auch so angenehm.<br />
„Tatsächlich…“, sagte Heike und nahm noch einen Schluck aus ihrer Tasse. „Klara Thomak – 03.07.54 bis 21.04.03. Das war vor fünf Jahren. Das ist kompletter Unsinn – das hätte doch jeder hier im Dorf bemerkt. Und du sagst, dass Günther hier Blumen niedergelegt hat?“<br />
„Da liegen sie doch sogar noch.“, sagte Marek und zeigte auf den fast verwelkten Straus Feldblumen. Der Stein selbst war ein grauer und fein behauener Naturstein. Die Oberflächen waren ordentlich poliert und frei von Schmutz. Nur ein wenig klein schien er im Vergleich zu den anderen Steinen ringsumher.<br />
„Also, ich finde das ja auch etwas merkwürdig, aber ich glaube, wir sollten wieder rein gehen.“, meinte Helene. „Es fängt bestimmt gleich wieder an zu regnen.“<br />
„Wartet mal.“, sagte Heike plötzlich mehr zu sich selbst als zu den beiden Begleitern. Mit den Fingern fuhr sie an der eingemeißelten Schrift entlang. Sie war grobschlächtig und nur oberflächlich poliert. Auch waren die einzelnen Zeichen nicht gleichmäßig und in ihrem Abstand unregelmäßig. Scheinbar hatte jemand große Schwierigkeiten gehabt, den Stein zu beschriften. „Kommt euch dieser Schriftzug nicht auch merkwürdig vor? Helene, dein Mann ist doch Handwerker, ist davon bei dir was hängen geblieben?“<br />
Helene schaute etwas pikiert, fuhr dann aber ebenfalls mit Händen den Schriftzug ab, dabei jedoch immer darauf bedacht, keinen Fuß auf das Grab zu setzen.<br />
„Also, ich bin da keine Expertin und mein Heinz arbeitet ja eigentlich auch mit Holz und nicht mit Stein, aber ich würde sagen, dass das hier kein Fachmann war. Vielmehr sieht die Schrift eher wie das Werk eines Dilettanten aus.“<br />
„Nehmt doch mal die Ranken da weg, vielleicht steht noch was darunter?“, schlug Marek vor, doch dazu hätten die relativ kleinen Frauen das Grab betreten müssen und das war ihnen gar nicht Recht. Rätsel hin oder her, aber die Totenruhe war ihnen heilig.<br />
Also Schritt Marek selbst zur Tat, stellte die Tasse ab, setzte einen Fuß auf die Grabstelle und versuchte erst vorsichtig, dann mit Gewalt den Efeu zu entfernen. Die Ranken waren so dicht gewachsen, dass sie wohl sogar ohne Blätter einen hervorragenden Sichtschutz geboten hätten.<br />
Darunter aber war nur nackter Stein zu finden.<br />
„Am besten wir fragen den Günther einfach mal. Heute ist er zur Reha wegen seines Beines. Das weiß ich. Und vielleicht bleibt er auch wieder über Nacht bei seinem Kumpel drüben in der Stadt. Wenn das hier seit fünf Jahren keiner bemerkt hat, wird es morgen auch noch da sein.“ Damit war für Heike das Rätsel zwar noch nicht gelöst, aber zumindest für heute zu den Akten gelegt. Die beiden Frauen schickten sich bereits an zu gehen und auch Marek wollte nur noch die Tasse aufheben, beugte sich dafür vor, so dass sein Kopf seitlich zum Grabstein war und stutzte.<br />
„Kommt mal wieder zurück.“, rief er. Helene und Heike drehten sich um und sahen Marek hinter dem Grabstein knien. Er grub – nein – er legte nur einen kleinen Bereich am Fuße des Steines frei. Sie gingen die wenigen Schritte wieder zurück zum Grab der Klara Thomak. Marek hatte nun aufgehört zu graben und kniete vor dem, was er da freigelegt hatte. „Gerhard Thomak – 14.08.23 – 23.11.94“ – „Wer ist das?“, fragte Marek ohne den Blick vom Stein zu wenden. Heike antwortete: „Das ist der Vater von Günther. Du meine Güte!“ Heike wurde bleich um die Nase. Helene Korsak stand daneben und klammerte sich an ihre Tasse.<br />
„Scheinbar hat jemand den Grabstein umgedreht, neu beschriftet und so tief in den Boden gerammt, dass der ursprüngliche Name nicht mehr lesbar war.“, fasste Marek zusammen. Es kam natürlich nur Günther – der Mann aus Stahl – in Frage, aber warum sollte er so etwas tun? Keiner der Anwesenden wusste sich einen Reim darauf zu machen – weder auf die Beweggründe Günthers, noch auf die Frage, wer da jetzt in dem Grab lag?<br />
Der Wind frischte auf und sie beschlossen wieder ins Haus zu gehen. Nun hätte das Trio auch von weitem nicht mehr amüsant ausgesehen. Den Kaffee hatten sie ausgekippt, da er schon längst Außentemperatur angenommen hatte. Zügig und mit leicht weichen Knien kamen sie in der Küche der Korsaks an. Dort wartete Heinz Korsak, der von einem Kunden in einer Nachbargemeinde zurückgekommen war. Die beiden Frauen nahmen ihn sofort ungefragt in Beschlag und lange Spekulationen setzten ein. Allerdings war Heinz kein sehr guter Diskussionspartner, denn der Kunde hatte wohl zu der anstrengenden Sorte gehört, und der alte Schreiner wollte eigentlich nur in Ruhe die Füße hochlegen.<br />
Marek entzog sich dem Allen und verschwand ins Arbeitszimmer. Er konnte sich nicht schon wieder Schlafen legen – dafür war es zum Einen zu früh und zum Anderen war heute zu viel passiert. Er ließ den Tag in rückwärtiger Reihenfolge Revue passieren. Soeben hatte er ein Grab geschändet – oder zumindest dessen Adressierung in Frage gestellt. Dann hatte er noch die adrette Heike verwirrt, mit Isi gestritten und nach dem Duschen neue künstlerische Fähigkeiten an sich entdeckt. Und zu guter Letzt war er heute Morgen fast vom Blitz erschlagen worden. Aber da war doch noch etwas? Er hatte kurz nach dem Einschlag etwas Rotes hinter dem Baum schimmern sehen. Oder hatte er sich das nur eingebildet? Es kam ihm so merkwürdig bekannt vor.<br />
‚Am besten wäre es sich morgen dort oben noch einmal umzusehen, und wenn es nur darum geht, einen vom Blitz gefällten Baum zu begaffen.’, dachte sich Marek. Doch nun packte er zum ersten Mal, seit er zum „Abschalten“ in dieses verschlafene Dorf gekommen war, seinen Schreibcomputer aus und startete die Textverarbeitung. Er würde sich jetzt beim Verfassen der ersten drei Seiten seines neuen Buches entspannen und die Geschehnisse um sich herum vergessen. Das sah seine Inspiration leider etwas anders und lies ihn im Stich. Kein Wort, keine Zeile blieb länger als zwei Minuten auf dem Bildschirm, bevor die Entfernen-Taste zuschlug. Soviel zum Überwinden der Schreibblockade. Aber Marek wusste, dass er sich nicht selbst unter Druck setzen durfte. Er war Schriftsteller – das stand fest – aber vielleicht nicht heute. Morgen. Morgen ganz bestimmt. Aber jetzt gab es bestimmt schon Abendessen.<br />
Der Tag endete mit dem alten Herrn vorm Fernseher. Ja, auch Korsaks hatten sich eine Satellitenschüssel gekauft.</p>
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		<title>Essenz &#8211; Tag 4 &#8211; Dienstag &#8211; 2. Teil</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 15:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>peter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Gedanken waren schwer und ungeordnet. Aufrecht im Bett sitzend schaute Marek aus dem Fenster auf den wolkenverhangenen Himmel. Ab und an wanderte sein Blick argwöhnisch zu dem schwarzen Notizbuch, das nun auf dem Tisch lag, fast so als könnte sein Geist jetzt ausradieren, was er zwei Stunden zuvor ohne sein Zutun geschaffen haben musste. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2009/11/Essenz_Foto_Tag4_Teil2.jpg" width="630" height="205" alt="Essenz Foto Tag4 Teil 2" class="aligncenter" /></p>
<p style="text-align: justify;font-family: Verdana">Die Gedanken waren schwer und ungeordnet. Aufrecht im Bett sitzend schaute Marek aus dem Fenster auf den wolkenverhangenen Himmel. Ab und an wanderte sein Blick argwöhnisch zu dem schwarzen Notizbuch, das nun auf dem Tisch lag, fast so als könnte sein Geist jetzt ausradieren, was er zwei Stunden zuvor ohne sein Zutun geschaffen haben musste. In der dieser Situation hätte er mit Allem gerechnet – auch dass das Buch plötzlich aufspringen und nach ihm schnappen könnte. Er schaute auf den Wecker. Ein Uhr. Marek rutschte in seinem Bett nach unten und begann den Kopf so weit unter die Decke zu ziehen, dass nur noch die Nasenspitze draußen nach Luft suchen durfte. So würde er jetzt verweilen bis ans Ende aller Tage. ‚Das ging schon in Ordnung’, dachte er sich.</p>
<p><span id="more-1478"></span>
<p style="text-align: justify;font-family: Verdana&lt;br /&gt;">Sein Telefon klingelte. Ach verdammt – das hatte er ja extra hier gelassen um Frieden zu haben. Sicher war es Isi, aber dieses Risiko bedachte er erst, als er das Gespräch bereits mit einem Tastendruck entgegennahm.<br />
„Hi Isabel.“<br />
„Oh – ich bin erfreut“, antwortete eine sanfte Stimme, die ihm vor wenigen Wochen noch wohlige Schauer bereitet hätte. „Eigentlich dachte ich, du hättest meine Nummer schon gelöscht, aber wie ich sehe hängst du noch an mir.“<br />
Zynische Bemerkungen waren ihre Stärke – vielleicht die Einzige – ja, er hatte ihre Nummer gelöscht und wilde Zahlen, die bei Anruf auf dem Display erscheinen, konnte er sich noch nie merken. Egal. Wer ihn in so einem Moment auf die Nerven gehen wollte, konnte nur Isabel heißen.<br />
„Ich hänge an dir wie Kaugummi am Schuh und jetzt entschuldige mich bitte, ich hatte einen harten Tag. Auf Wiedersehen.“<br />
Marek legte auf. Ja, das Bett wurde wärmer und wärmer. Ihm war klar, dass auch ihr Telefon eine Wahlwiederholung hatte:<br />
„Ja, was denn noch?“<br />
„Nur weil du, wie ich dich kenne, noch im Bett liegst und wahrscheinlich gerade irgend so ein dürres Klappergestell an dir hängt, dem du gestern Abend besoffen in den Schoß gestolpert bist, brauchst du nicht gleich unhöflich zu werden.“, sprach Isi’s sanfte Stimme weiter. Aua – austeilen konnte sie schon immer. Soweit er sich erinnern konnte, war er noch nie besoffen irgendwo „reingestolpert“. Aber diese Märchentantenstimme, der sie sich bei seiner Erniedrigung bediente, war schon bemerkenswert.<br />
„Zum Einen stolpere ich nicht, sondern ich zelebriere den grazilsten Ausdruckstanz, den Mutter Natur uns gegeben hat und zum Anderen bin ich nicht da.“<br />
„Auch gut – dann bleib’ bei deinem Gerippe und ich hol mir, was mir zusteht.“<br />
„Dann nimm den Müll mit, wenn du gehst.“ ‚Gut gekontert’, dachte sich Marek. ‚Primitiv, aber gut. Immerhin ist sie es, die sich auf Unterstufenniveau herablässt. Marek hatte zudem keine Lust ihren Modellkomplex zu bedienen. Isabel war eine schöne Frau. Eigentlich sogar bildschön und immer gut gekleidet. Sie waren ein recht ansehnliches Paar gewesen. Nur hatte sie einfach mal einen kleinen Knacks weg, der ihre Oberschenkel betraf und das nur, weil er mal im Kaufhaus vor der Umkleide gesagt hatte, sie solle lieber gleich eine Nummer größer mitnehmen.<br />
Sie ging nicht auf seine großmeisterliche Bemerkung ein – irgendwie schade: „Also wie gesagt – ich habe noch ein paar Klamotten und die zwei Schnittmusterbücher bei dir. Außerdem bekomme ich noch 34,21 Euro Gasnachzahlung und der Internetanschluss läuft sicher auch noch auf meinen Namen, oder?“<br />
‚Zusammenziehen war ne Scheißidee gewesen’, dachte sich Marek nicht zum ersten Mal seit ihrem plötzlichen Auszug vor drei Monaten. Und wie so oft in diesen unzähligen Gesprächen kam er an die Stelle, als so etwas wie Bedauern in ihm hoch stieg.<br />
„Hör mal Isi – müssen wir denn immer in diesem Ton miteinander reden? Ich meine, wir sind doch erwachsene Menschen -“<br />
„Alter hat nichts mit geistiger Reife zu tun, Herr Schriftsteller.“<br />
„Ja ja – schon klar. Ganz groß! Hör mal, vielleicht hast du ja doch noch einen Funken Anstand in dir und wir reden noch mal über alles. Ich will ja keine Entschuldigung, aber wenigstens mal ein paar klare Worte, so wie wir sie früher auch finden konnten.“<br />
„Du erwartest wirklich eine Entschuldigung?“, die Stimme verlor etwas an Sanftheit. Hatte er sie tatsächlich aus der Fassung gebracht?<br />
„Nein, ich sagte doch gerade, dass ich das nicht tue -“<br />
„Junge, deine Nerven möcht ich haben.“ Oh – da hatte er wohl einen wunden Punkt getroffen, denn die Stimme verlor weiter an Hochmut und Festigkeit. Kurzes Schweigen. Warten. Marek holte Luft um etwas zu sagen, von dem er noch nicht wusste, was es werden sollte, aber da klickte es in der Leitung und das Gespräch fand ein Ende.<br />
‚Genug für heute’, schlossen seine Gedanken das Gespräch ab. Es tat ihm ein wenig Leid, dass er Isi soweit getrieben hatte. Sein Ego klopfte ihm auf die Schultern – gut gemacht, Junge! Tolle Leistung! Aber trotzdem war es irgendwie nicht befriedigend.<br />
Er ließ das Telefon auf den Boden fallen, drehte sich um und begann zielstrebig auf ein Nickerchen zuzusteuern.<br />
Zwei Stunden später klopfte es an der Tür. Helene Korsak hatte all ihr hausfrauliches Können mit mütterlichen Instinkten gepaart und ein feines Kaffeekränzchen organisiert. Da Heike von nebenan gerade auf einen Klatsch vorbeigekommen war, befahl sich ein drittes Gedeck auf den Tisch und der Sohnemann sollte nun in bester Manier dazu stoßen. Dieser fuhr erst beim dritten Pochen aufgeschreckt hoch, besann sich kurz wo er war und kündigte brummelnd sein baldiges Kommen an.<br />
Helene war eine dieser klassischen, gutbürgerlichen Hausfrauen, die, nachdem die Kinder oder vielmehr das Kind aus dem Haus war, erkannten, dass sie vom Rest des Lebens mehr erwarteten, als das Hüten des Hauses und das Verfolgen sinnentleerter Nachmittagstalkshows. Somit gründete sie in Düsseldorf einen kleinen Buchclub, in dem sie mit Freundinnen ähnlicher Situationen wöchentlich Besprechungen durchführte. Meistens arteten diese Treffen dann doch in Klatsch- und Tratschrunden aus, jedoch vermied es Helene immer, sich in wilde Diskussionen über Kochrezepte und die neusten Küchengeräte einzubringen. Das war ihr dann doch wieder zu klischeehaft, und außerdem war sie eine gute Köchin, die alles aus ihrer Kreativität heraus erschuf und dafür keine Bücher voller irrealer Hochglanzbilder brauchte. Sie war bescheiden in materiellen Dingen und immer stolz auf ihre Arbeit. Dass ihr Sohn mit Vierunddreißig immer noch nicht finanziell auf sicheren Beinen stand und auch ein Enkelkind noch in weiter Ferne schien, trübte ihren Frohsinn ein wenig. Ihr Mutterinstinkt sagte ihr auch, dass das mit dieser hübschen, blonden Schneiderin nicht mehr so ganz aktuell war. Sehr schade. Sie hatten so ein schönes Paar abgegeben. Aber die Heike von nebenan wäre ja auch keine schlechte Partie – gut, sie war sechs oder sieben Jahre älter, aber wir leben ja in modernen Zeiten und mit dem kleinen Frederik, kam sie ja auch gut klar. Aber sie würde natürlich nie versuchen zu kuppeln – ihr Junge war schon groß und traf seine eigenen Entscheidungen. Nur in ihren Augen nicht immer die richtigen.<br />
Als Marek dann endlich schlaftrunken die Treppe heruntergetorkelt kam, war er etwas überrascht die Nachbarin anzutreffen.<br />
„Hallo -“, setzte er an und hoffte die Peinlichkeit überspielen zu können, dass der Name ihm bereits entfallen war. Heike aber wartete und lächelte ihn an.<br />
„Tut mir Leid.“, gab Marek schließlich auf. „Aber ich musste mir in den letzten Tagen so viele Namen merken, dass Ihrer einfach durchgerutscht ist.“ Eine feine Notlüge, denn die handvoll neuer Namen sollten ja nun eigentlich kein Problem darstellen.<br />
„Heike – und wir waren per Du.“, lächelte sie weiter und streckte ihm die Hand entgegen.<br />
„Ach ja stimmt. Freut mich. Ist dein Kleiner noch in der Schule?“<br />
„Nein, der wollte unbedingt draußen spielen – hier kommt sowieso nie ein fremdes Auto vorbei und die Leute, die hier wohnen fahren wegen der Kinder extra vorsichtig.“<br />
„Greift doch erstmal zu“, unterbrach sie Mama Korsak. Den aufgelösten Kuchen des Sohnes hatte sie natürlich entsorgt und stattdessen ein paar Kekse gebacken. Es war bereits halb vier und das Licht des Tages befand sich schon wieder auf dem Rückzug.<br />
So plauderten die Drei über dies und das und entspannten sich jeder von seiner eigenen Weise den Tag zu verbringen. Heike war eigentlich Sekretärin im Chemiefaserwerk in der Stadt, hatte aber diese Woche Urlaub. „Das musste einfach mal sein“, sagte sie und beklagte sich ein wenig über die Mühen einer allein erziehenden Mutter.<br />
„Aber so eine Dorfgemeinschaft ist da schon viel wert. Wenn ich zum Beispiel nicht den Pfarrer Bernd hätte, der schon so oft auf den Kleinen aufgepasst hat, oder Fred, der auch nach seiner Runde immer noch ein paar Brötchen vor meiner Türschwelle ablegt, wäre es wohl richtig hart.“<br />
Marek wunderte sich. „Herr Ralesch hat auch eine freundliche Seite? Erstaunlich.“<br />
„Urteile nicht zu hart“, meinte Heike. „Er ist nur etwas – sagen wir mal – einfach im ausdrücken seiner Gefühle. Ja, ich glaube sogar, der alte Hund hat was für mich übrig, aber zum Einen ist er viel zu alt für mich und zum Anderen brauche ich etwas mehr geistigen Input, wenn du verstehst, was ich meine.“<br />
Holla – sollte das etwa eine Anmache sein? Die Mutter verstand sofort und schaute spitzbübisch über den Rand ihrer Kaffeetasse auf den Sohnemann. Marek aber dachte nicht ganz so weit: „Ja, das verstehe ich – na ja – aber ich glaube, dass jede ernsthafte Suche irgendwann belohnt wird, solange man ihr konsequent treu bleibt. Das Glück gehört den Tüchtigen. Ja schaut mich nicht so an. Manche Eurer alten Phrasen haben halt immer noch Hand und Fuß.“<br />
Die Mutter schmunzelte, aber Heike war sich nicht ganz sicher, ob sie sich von dieser verbalen Grobmotorik geschmeichelt oder beleidigt fühlen sollte. Sie entschied sich für die Flucht nach vorn und schob sich einen Keks in den Mund um jeglichen Kommentar schuldig bleiben zu können.<br />
„Hast du denn inzwischen auch was vom Dorf gesehen?“, versuchte die Mutter aufzulockern.<br />
„Ja, Günther hat mich gleich am Montag schon in Beschlag genommen und eine offizielle Führung veranstaltet. Wir sind vom Kirchplatz einmal ums ganze Dorf und zurück bis zum Friedhof gelaufen, waren kurz am Grab seiner Frau und haben später noch ein paar Gläser gelehrt.“<br />
Heikes verwirrter Blick machte Marek unsicher. Hastig den Keks zerkauend wunderte sie sich: „Aber Günther war nie verheiratet.“<br />
„Kann nicht sein“, antwortete Marek. „Er hat mir von ihrem Tod erzählt. Der arme Mann. Und auf dem Grabstein stand auch ihr Name – Klara Thomak.“<br />
„Das kann nicht stimmen“, erwiderte Heike und schluckte die letzten Brocken herunter. „Günther und ich sind hier geboren und aufgewachsen und ich hätte doch mitbekommen, wenn er geheiratet hätte. Auch kennt hier im Ort jeder jeden und so etwas kann man nicht verbergen.“<br />
Mama Korsak mischte sich ein: „Vielleicht war es ja nicht seine Frau, sondern seine Mutter und er hatte nur etwas durcheinander gebracht.“<br />
„Seine Mutter hieß Hilde – Hilde und Klara klingt nicht mal ähnlich. Außerdem ist Hilde auf eigenen Wunsch nicht hier, sondern in der Nachbargemeinde beigesetzt worden. Das war damals ein Drama, sag’ ich euch.“<br />
„Warum ein Drama?“, frage Marek.<br />
„Weil niemand den plötzlichen Sinneswandel verstand. Jeder, der hier im Dorf lebt, liebt sein Haus, seinen Ort und die Gemeinschaft. Niemand würde auf die Idee kommen, sein ganzes Leben hier zu verbringen, aber in fremder Erde beigesetzt zu werden. Wenige Tage vor ihrem Tode aber machte die alte Thomak eines Morgens ein Geschrei, als würde sie abgestochen werden. Das halbe Dorf war gerade auf dem Weg zur Arbeit in die Stadt und strömte zum Haus. Die Tür war offen. Jedenfalls war ich damals auch dabei und fand Günther völlig außer Fassung am Bett seiner Mutter stehen. Er schüttelte die alte Frau, die mit offenen Augen im Bett lag und schrie. Sie wollte nicht aufhören und Günther war sichtlich verzweifelt. Das wirklich Unheimliche war aber die Art, wie sie schrie. Alte Weiber neigen ja zu schrillen Stimmen, aber das was da aus ihrer Kehle drang, hatte schon fast etwas Unmenschliches. Ich bin nicht gottesfürchtig und ich glaube auch nicht an Dämonen oder ähnlichen Kram, aber als ich da zusammen mit Günther und bestimmt zehn anderen Leuten aus dem Dorf in dem kleinen Zimmer der Frau Thomak stand, war es uns, als würde ein großes Tier kreischen. So als wäre es gefangen und brüllte vor Wut und Schmerz nach Leibeskräften. Dazu diese weit aufgerissenen Augen die ins Nichts starrten und das hilflose Gejammer von Günther – es war furchtbar, sage ich euch.“<br />
Marek und seine Mutter sahen sich an. Beiden waren bleich geworden. „Und dann?“, frage Marek. Heike holte tief Luft. Scheinbar fiel es ihr nicht so leicht diese alte Geschichte wieder hervorzuholen.<br />
„Plötzlich wurde die Alte unerträglich laut. Die körperliche Leistung war enorm, aber daran dachte in dem Moment niemand und alle im Raum mussten sich die Ohren zuhalten. Günther ging vor dem Bett in die Knie und brach in Tränen aus und wimmerte nur noch, als Hilde Thomak schlagartig aufhörte. Aber ich meine wirklich schlagartig – sie wurde nicht leiser und dann still, sondern von jetzt auf gleich war Ruhe. Niemand im Raum traute sich etwas zu sagen. Einen Moment lang starrte sie noch an die Decke, bis Günther wieder Fassung gewann und sie ansprach, ob alles in Ordnung war und was denn los gewesen sei. Da schien die Alte von weit her zurückzukehren und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie wendete sich zu ihrem Sohn und flüsterte ihm etwas zu. Ich stand Günther damals am nächsten und konnte es hören.“</p>
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		<title>Bark Cat Bark</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 19:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bastian</dc:creator>
				<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[Bark Cat Bark]]></category>
		<category><![CDATA[Neoklassik]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich ja über Volcan Flamingo schreiben, einem neuen Band-Projekt von Zach Condon // Beirut, Tim Kingsbury // Arcade Fire, Josh Todd // Bark Cat Bark und Julian Koster // Neutral Milk Hotel, von dem ich heute morgen gelesen hatte. Das klang toll, war aber scheinbar leider ein Fake. Darum an dieser Stelle nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2009/11/bcb.jpg" alt="Bark Cat Bark" title="Bark Cat Bark" width="320" height="387" class="alignleft" />
<p style="text-align: justify;">Eigentlich wollte ich ja über Volcan Flamingo schreiben, einem neuen Band-Projekt von Zach Condon // Beirut, Tim Kingsbury // Arcade Fire, Josh Todd // Bark Cat Bark und Julian Koster // Neutral Milk Hotel, von dem ich heute morgen gelesen hatte. Das klang toll, war aber scheinbar leider ein Fake. Darum an dieser Stelle nur eine kurze Vorstellung von Bark Cat Bark.</p>
<p style="text-align: justify;">Bark Cat Bark ein Projekt von Josh Todd, auf dessen Facebook-Seite ich auch die Fake-Ankündigung zu <b>Volcan Flamingo</b> gelesen hatte. Wie es eigentlich zu der Fake-Meldung kam, könnt ihr <a href="http://thefmly.com/2009/11/22/a-mesage-from-zach-condon/">hier</a> nachlesen.</p>
<p style="text-align: justify;">Musikalisch würde ich BCB am ehesten der Neoklassik à la Ólafur Arnalds zuordnen. Obwohl einige der Songs auch wesentlich buntere Instrumentierungen und Strukturen aufweisen. So klingt die Musik auch gern mal nach einem Spaziergang an der Seine in der sommerlichen Abendsonne. </p>
<p>Aber macht euch selbst ein akustisches Bild.</p>
<p><span id="more-1449"></span><br />
<object width="310" height="120"><br />
  <embed src="http://www.thesixtyone.com/site_media/swf/song_player_embed.swf?song_id=8H7Tvg9U8Af&amp;artist_username=barkcatbark" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="310" height="120" /></object> <object><embed src="http://www.thesixtyone.com/site_media/swf/song_player_embed.swf?song_id=WGgMC6ebrZn&#038;artist_username=barkcatbark" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="310" height="120"></embed></object><br />
<object width="310" height="120"><embed src="http://www.thesixtyone.com/site_media/swf/song_player_embed.swf?song_id=Tkkn4KERuCk&amp;artist_username=barkcatbark" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="310" height="120" /></object> <object width="310" height="120"><embed src="http://www.thesixtyone.com/site_media/swf/song_player_embed.swf?song_id=T7x0UXZdlPH&amp;artist_username=barkcatbark" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="310" height="120" /></object></p>
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		<title>Essenz &#8211; Tag 4 &#8211; Dienstag &#8211; 1. Teil</title>
		<link>http://www.hsmnnskst.de/essenz/tag-4-dienstag-teil-1/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 15:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>peter</dc:creator>
				<category><![CDATA[essenz]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
		<category><![CDATA[kostenlos]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Benedix]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorbei und wie nie da gewesen erschien die Sonnigkeit der letzten zwei Tage, als Marek sich um acht aus dem Bett schälte. Hatte sich nach so kurzer Zeit wirklich schon sein Rhythmus verschoben? Normalerweise ging er nicht vor drei ins Bett und folglich bekam ihn auch vor Zwölf keiner zu Gesicht. Das Wetter lud auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" src="http://www.hsmnnskst.de/wp-content/uploads/2009/11/Essenz_Tag4_Teil1.jpg" alt="Essenz - Tag 4 - 1. Teil" width="630" height="205" /></p>
<p style="text-align: justify;font-family: Verdana">Vorbei und wie nie da gewesen erschien die Sonnigkeit der letzten zwei Tage, als Marek sich um acht aus dem Bett schälte. Hatte sich nach so kurzer Zeit wirklich schon sein Rhythmus verschoben? Normalerweise ging er nicht vor drei ins Bett und folglich bekam ihn auch vor Zwölf keiner zu Gesicht. Das Wetter lud auf jeden Fall zum im Bett bleiben ein. Graues Blei zog sich träge über den Himmel. Ab und an zerzauste eine Böe die kirchlichen Pappeln und Bäcker Ralesch hörte man nach jedem Kunden rufen „Tür zu!“. Bei dem Gedanken an seine Ausflugspläne dache Marek: &#8220;Wenn sein Brot so kräftig ist wie seine Stimme und sein Teig so sauer wie sein Humor, mache ich mir keine Sorgen um meinen Proviant.&#8221;</p>
<p><span id="more-1441"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;font-family: Verdana">Als er noch überlegte, ob er sich des schlechten Wortspiels wegen gratulieren oder verdammen sollte, fiel sein Blick auf das Regal seiner Erfolge und er musste an die Porzellanpuppenbemerkung des Vaters denken. Das sollte es aber auch für heute mit den Selbsterniedrigungen gewesen sein.<br />
Kuss für Mama, einen guten Tag für den Herrn Papa und raus auf die Straße. Ja, das war Gewinnerwetter. Marek konnte regelrecht spüren, wie die Energie, die hinter den Wolken darauf wartete in die Erde zu fahren, sich in ihm sammelte. Das war es, was ihm gefehlt hatte: Diese Urgewalten reiner Inspiration und konzentrierten Geistes. Auf, zu großen Taten – aber vorher noch schnell zum Bäcker.<br />
Marek betrat den kleinen Laden, der Eins zu Eins seinen Vorstellungen einer Dorfbäckerei entsprach. Da gab es das Regionalblatt von gestern und die Bildzeitung von heute. Da es schon nach Neun war, befanden sich in der handgedrechselten Auslage nur noch vier einsame Kuchenstücken und in der hinteren Ablage noch ein halbes Roggenbrot, ein Vollkornbrötchen und vier Schrippen – oder halbe Semmeln oder wie auch immer die Dinger in diesem Teil des Landes hießen. Marek nahm alles. Immerhin hatte er vor den Tag in Wald und Flur zu verbringen. Von der Frau Mama hatte er ein schönes Stück Räuchersalami und ein viertel Pfund Butter mitbekommen. Zusammen mit seinem Taschenmesser und dem kleinen Notizbuch, mit angebundenen und stets gut gespitzten Bleistift konnte ihm nichts mehr passieren.<br />
Herr Ralesch freute sich über den gierigen Kunden, denn nun konnte er vorzeitig schließen und vor seiner Runde mit dem Bäckermobil noch ein kleines Nickerchen machen. Niemals wäre er auf die Idee gekommen, noch einmal nachzubacken. Seit jeher wurde eine feste Menge an Lebensmitteln für den Tag produziert und wem das nicht passte, der konnte die fünfzehn Kilometer ins Nachbardorf fahren.<br />
Marek wollte seine Runde mit dem Hügel hinter der Kirche beginnen. An den Seiten war der Berg wesentlich weniger steil, als an der Stirnseite und Marek suchte sich eine geeignete Stelle für den Aufstieg, denn er wollte ja wandern und keinen Leistungssport betreiben. Der Boden war trotz des nächtlichen Regens sehr fest und die Bäume boten einen guten Halt um sich an allzu steilen Bereichen einfach daran hochzuziehen. Manchmal legte er auch eine Pause ein, lehnte sich an einen Stamm und blickte zurück zum Dorf. Schließlich erreichte er dann doch, leicht außer Atem, den Gras bewachsenen Gipfel – oder vielmehr das Gipfelplateau, denn auf der flachen Kuppe befand sich noch eine zweite Erhebung, die er aus der Ferne durch die verdeckenden Bäume nicht hatte bemerken können. Sie lag auf der dem Dorf abgewandten Seite und maß etwa fünf Meter in der Höhe und acht Meter in der Basis. Direkt daneben reckte sich eine stämmige Eiche dem unruhigen Himmel entgegen. ‚Das ist schon ein kurioser Berg’, dachte sich Marek und sah hinüber zum Dorf. Er konnte nun über die Kirche und die Häuser hinweg auf die weiterstreckten Felder und Wiesen schauen. Selbst eine Stadt – er hatte keine Ahnung welche – glaubte er am Horizont ausmachen zu können. Für solch eine schwere Wolkenfront, war die Luft erstaunlich klar. Der Wind hatte in der Stunde seines Aufstieges an Kraft gewonnen und peitschte die grauen Massen nun erbarmungslos übers Firmament. ‚Es ist eine bleierne See’, sprang es Marek in den Kopf. ‚Wie geschmolzenes, träges Metall. Es wogt, rollt, es schäumt und treibt.’ Er rechnete damit, dass jeden Augenblick riesige Ungetüme aus dem Himmelsmeer kopfüber auf die Erde zurasten, ihre langen, glänzenden Hälse gen Boden wandten und mit einem gellenden Schrei wieder in ihr Reich zurückfuhren.<br />
Was war denn los mit ihm? So aufgeladen hatte sich Marek selten erlebt. Er setzte sich in das vom Wind zerwühlte Gras und hielt Brotzeit. Er dachte nicht daran, dass er inmitten eines Sturmes auf freiem Gelände saß. Er dachte auch nicht an die wenigen umstehenden Bäume, deren schwere, knorrige Äste ihn mit Leichtigkeit hätten erschlagen können. Dieses Schauspiel war einfach zu ergreifend. Das Licht nahm weiter ab. Marek saß wie hypnotisiert und wartete auf seine Seeungeheuer. Langsam schob er sich Brot und Wurst in zu irrer Verzückung verzerrten Mund. Und dann geschah es – kein Superlativ der Welt hätte dem Schriftsteller auch nur ansatzweise Das reichen können, was zur Beschreibung seiner Empfindungen notwendig gewesen wäre, als weit hinten auf freiem Feld ein Blitz lautlos in einen der Bäume einschlug. Der Kiefer hörte auf zu kauen und verharrte mit dem Rest des Körpers in gespannter Erwartung. Da zerriss ein Donner, wie er nur aus den Höllen sämtlicher vergrämter Seelen der Welt stammen konnte, das Firmament. Die Ungeheuer hatten begonnen zu rufen. Sie riefen ihn – ihn wie er da auf dem Berg saß. Kein Regen – sehr gut. Marek vergaß seine naturwissenschaftliche Grundausbildung und suchte unter der großen Eiche vor der Erhebung Schutz. Die leichte Abschirmung vor dem grausamen Odem der auf ihn zuströmenden Ungeheuer erlaubte ihm sein Notizbuch zu öffnen, aber er fand keine Worte, die er hätte hineinschreiben können. Dann zeichnete er halt. Hier ein paar Striche und dort ein paar Schraffuren. Für einen kurzen Moment kehrte ein Funken Klarheit in seinen Leib zurück. Irgendwas war hier doch nicht richtig – oder? Er war ein sensibler Schriftsteller aus Düsseldorf, der sich auf Dramen des täglichen Lebens zwischen Spüle und Herd spezialisiert hatte. Was faselte seine innere Stimme denn da von Ungeheuern und Himmelsozeanen? Und warum hatte er sich eigentlich nicht schon längst in Sicherheit gebracht? ‚Um Himmels Willen!’, schoss es ihm durch den Kopf. ‚Da hinten ist gerade ein Blitz eingeschlagen und ich stehe hier neben der höchsten Erhebung im Umkreis von mehreren Kilometern!’. Ein erneuter Blick auf die Wolken ließ den Funken der Klarheit erst zu rationaler Vernunft, dann zu aufkeimender Panik werden. Ja, sie zogen immer noch in seine Richtung und damit auch alle elektrische Ladung, die sich stetig in ihnen aufbaute.<br />
Marek wollte rennen – nein – rennen ist nicht gut. Das Plato maß bestimmt fünfzig Meter freies Feld. Er wäre zwar immer noch kleiner als die riesigen Eichen, aber hier wurde nicht mehr gepokert. Kriechen – kriechen ist gut. Marek ließ sich auf den Bauch fallen und robbte über das Grün. In jeder anderen Situation hätte er sich wahrscheinlich bei der Vorstellung über sich selbst köstlich amüsiert, aber daran war jetzt nicht zu denken. Regen setzte ein. Viel Regen. Der Boden begann aufzuweichen und immer stärker werdende Böen drückten ihm Sand und Gras ins Gesicht. Es war, als wollte ihn der Wind am Boden festhalten. Als sollte er mitten auf dem Plato darauf warten, dass eines der Ungeheuer aus den Wolken hervorbrach und ihn verschlang. ‚Schluss jetzt mit diesem Ungeheuer-Mist’, schaltete sich sein Verstand dazwischen. ‚Du wirst jetzt schön weiterrobben – da vorn ist die Baumgrenze und danach geht’s nur noch bergab – Mitten im Wald kann dir nichts passieren!’. Das Licht schwand zusehends. Der Regen wurde so dicht, so dass Marek, als er den Kopf gen Dorf drehte, nicht mal mehr die Häuser hinter der Kirche erkennen konnte. Nur die Reste einer weißen Verputzung des Gotteshauses schienen ihm Trost spenden zu wollen. Zu dumm – nicht sein Fachbereich &#8211; und er würde auch jetzt nicht anfangen irgendwelche Mächte anzurufen. ‚Nur noch zwanzig Meter – das ist nicht viel.’, feuerte ihn sein Verstand an. Ein grelles Licht blendete ihn, ein lauter Schlag machte ihn taub. Zweier Sinne beraubt krallte er sich am Boden fest. Langsam wurde das Flimmern vor seinen Augen durchlässiger, und die Stille in seinen Ohren wich einem Rauschen. Marek versuchte den Kopf zu drehen. Die große Eiche an der er eben noch gestanden hatte war gebrochen. Der Einschlag der Naturgewalt hatte sie gefällt und die kleinen Flammen wurden bereits vom Regen gelöscht. Etwas Rotes blitze hinter dem entwurzelten Baum hervor. Irgendwas, das er kannte.<br />
Marek konnte nicht mehr sagen, ob er sein eigenes Blut in den Ohren rauschen hörte, oder ob es die Folgen des direkten Donnerschlags waren. Er lag noch immer auf dem Präsentierteller und er hatte Angst. Sein hoch entwickelter Verstand hatte keine klugen Ratschläge mehr für ihn sondern schrie nur noch einen Befehl: LAUF! Er sprang auf und rannte – rannte die zwanzig Meter fliehenden Schrittes direkt in den Wald hinein und auf den Abhang zu. Ihn umgab nur Rauschen. Er spürte den Regen, aber es war kein Auftreffen zu hören. Er verlor am Abhang den Halt. Strauchelte, fiel. Zerbrach im Fallen Äste und Zweige, aber das Knacken blieb aus. Nur Rauschen und diese tanzenden Lichter vor seinen Augen. Steine. Marek knallte gegen einen dicken Stamm und blieb liegen, raffte sich wieder auf und ließ sich erneut fallen. Da war er wieder – sein Verstand – und er rief ‚Halt!’. Er war fast am Ende des Hanges und damit am Ende des Waldes angekommen. Dahinter lagen gut vierhundert Meter freies Feld. Es wäre Selbstmord gewesen weiterzulaufen. Also blieb er wo er war &#8211; halb blind, taub und bereits ein Teil des sinnflutartigen Wassers, welches der Himmel über ihn herabstürzen lies.<br />
So harrte er aus. Zehn Minuten, fünfzehn. Langsam kehrte seine Sehkraft wieder zurück und auch das Rauschen rückte in den Hintergrund. Das Gewitter zog über seinen Kopf hinweg, scheinbar ohne seine allmächtigen Finger noch einmal in den Boden zu rammen.<br />
Als der Wind nachließ und nur noch der Regen sich beständig zu halten schien, löste sich Marek von seinem Heil und wankte über das Feld, vorbei an der Kirche, in die Seitenstraße zum Haus seiner Eltern. Es war gerade mal Mittag und seine Mutter war schon etwas in Sorge um ihn, als er das durchnässte Päckchen mit Bäcker Raleschs Kuchen auf dem Küchentisch ablegte. „Ich war mal schnell beim Bäcker“ bemerkte er trocken und die Mutter eilte sich ihm ein Handtuch zu bringen.<br />
„Den Kuchen können wir bestimmt noch essen. Sag mal Junge warst du die ganze Zeit draußen? Bei dem Wetter? Du wolltest doch den Hügel hinauf, oder?“<br />
„Ja Mama“, atmete Marek laut aus. „Das wollte ich. Ich geh’ mal heiß duschen und leg’ mich dann kurz hin. Ich komm dann runter und wir trinken unseren Kuchen.“<br />
Marek erwiderte müde das Lächeln seiner besorgt dreinschauenden Mutter und begab sich nach oben. Sein Notizbuch warf er aufs Bett, alles andere, was er noch am Leib hatte, streifte er ab und warf es so wie es war in die Badewanne. Er war bei seinen Eltern – das ging schon okay.<br />
Als Marek unter der Dusche stand, kam es ihm so vor, als ob noch ein Rest der Erregung, die er auf dem Hügel gespürt hatte, in ihm war und nun langsam von heißem Wasser aus ihm heraus gespült wurde. Ein leichtes Pfeifen hatte er noch im Ohr, aber das kannte er von diversen Konzertbesuchen und würde es schon morgen vergessen haben. Erschöpft, aber wieder entspannt, stieg er aus der Dusche, vermied es sich ein Handtuch umzulegen und spazierte in sein Zimmer. Das Bett war sein Ziel, das immer noch nach frischer Wäsche duftete und durch ihn bald auch wieder warm und kuschelig sein würde. Auf dem Bett lag immer noch sein Notizbuch. Es hatte sich beim Wurf wohl geöffnet und präsentierte ihm nun seinen schwarzen Rücken. Marek nahm es auf und drehte es herum. Als er sah, was sich da auf der aufgeschlagenen Seite befand, war es als stürze der Raum auf ihn ein. Nackt stand er da und starte mit zusammengepressten Lippen auf eine Zeichnung, die dort vor dem Zwischenfall auf dem Hügel noch nicht gewesen war. Wolken waren zu sehen. Tiefe, schwere Wolken und zwischen ihnen schoben sich tatsächlich mächtige Hälse mit gierigen Mäulern hervor. Die Hälse waren lang und schuppig, doch die Mäuler entsprangen Gesichtern mit fast menschlichen Zügen. Da waren Pupillen zu erkennen, die ins Leere starten und aus den oberen Enden der Hälse streckten sich Fortsätze, die wie wilde Hände aussahen. Die Mäuler schienen auf den Boden zuzurasen, aber da war nichts, was sie hätten greifen können. Der Boden war im Gegensatz zu den Wolken auch kaum mit Details versehen. Wenige Striche skizzierten eine Landschaft. Vielleicht war dies ein Baum oder jenes der Versuch eines Hauses. Marek fror. Trotz der heißen Dusche war ihm jetzt kalt. Er erkannte den kärglich gestalteten Boden als seinen Beginn ein Bild zu zeichnen. Aber er hatte es nicht vollendet – er hatte dort oben bei der Eiche inne gehalten und dieses Treiben unterbunden. Oder hatte er nicht? Das war aber nicht er – alles oberhalb des schlecht umrissenen Bodens war zu fein – zu filigran. Es hatte die Meisterhaftigkeit eines mittelalterlichen Holzschnittes. Grob in der Führung, aber fein in den Details. Selbst bei klarem Wetter wäre er nie in der Lage gewesen diese Zeichnung anzufertigen. Sein Blick fiel auf den Bleistift, der wie immer an dem Buch festgebunden war. Die Mine war bis auf den Grund herunter geschrieben.</p>
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