
Der nächste Morgen bot die gleiche Geräuschkulisse wie am Tag zuvor. Der Wecker auf dem Tisch, das Loch im Dach und die Vögel vor dem Fenster. Heute sollte ein guter Tag zum Schreiben sein. Voll sollte dieses öde Regal mit den zwei Machwerken werden. Voll, so voll, dass gar kein Platz mehr sein sollte für die alten Schinken, die man dann als Stütze unter das Regal legen müsste, damit es sich nach hinten neigen und nicht vornüber fallen würde. Neun Uhr – perfekte Zeit zum Aufstehen. Waschen, Anziehen, Frühstück empfangen und zurück an den Tisch am Fenster und dann Schreiben, Schreiben, Schreiben. Jawohl! Das war Mareks Tag! Alles lief auch genau so ab, bis er an die Stelle mit dem „Frühstück empfangen“ kam. Sein Vater wartete nämlich schon ungeduldig auf ihn und erinnerte an die Pläne vom letzten Abend, gemeinsam das Dach abzudichten. Ach verdammt – das hatte Marek ja schon wieder ganz vergessen. Aber der alte Herr setzte sein du hast Verantwortung übernommen“ – Gesicht auf und schon fand sich Marek im Blaumann und alten Arbeitsschuhen des Vaters auf der Baustelle im Hinterhof wieder.
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Ein Windstoß ließ die zwei großen Pappeln an der Kirche erzittern. Immer schwerer erschienen die Wolken, die dem Himmel zu tragen auferlegt waren. Marek kam gedanklich wieder zu sich, schüttelte den Kopf und beschloss der Sache später nachzugehen. Er hatte ja vor, sich hier eine Weile aufzuhalten, und würde dem Kleinen zwangsweise sicher noch einmal begegnen. Dann würde er alles aufklären und dem schreckhaften Kind ein Eis kaufen – oder ein Glas Steckrübensaft oder was auch immer hier den Traditionen entsprach. Er nahm seine Koffer auf und bewegte sich wieder auf das elterliche Haus zu. Da war ein wenig Blut auf der Straße. Scheinbar war der Strauchler des Jungen doch heftiger gewesen und er hatte sich verletzt. Eine treu sorgende Mutter würde das sicher richten und wie gesagt – der Rübensaft wird das Kriegsbeil schon begraben.
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Gleise, Gleise, Gleise – Weiche – Gleise – ein Haus – noch ein Haus. ‚Ja spannend ist das nicht’, dachte Marek, der nun schon seit einer Stunde wie mit abgeschaltetem Geiste auf den Bereich der vorüber fahrenden Landschaft starrte, der dem trägen menschlichen Auge nur noch unscharfe Strukturen zu präsentieren vermag. Ab und zu wurde sein Körper vom Schaukeln der alten Wagons hin und her gewiegt. Weiche, Gleis – Gleis, Weiche.
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Hallo Freunde des herbstlichen Sonntagnachmittags,
das Wetter wird immer schlechter und eigentlich kann man die Tage inzwischen getrost als „nicht ganz so dunkle Nächte“ bezeichnen. Vor einiger Zeit hat es mich gepackt und ich habe einen kleinen Roman geschrieben. Irgendwann war er fertig und kein Verlag wollte ihn haben. Darum werde ich ihn einfach hier auf der Hausmannskost. Stück für Stück in kopfgerechten Lesehappen der freien Welt anbieten. Es ist ein Experiment.
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Gemeinsam mit Peter Benedix werde ich in dieser Woche ein spannendes Experiment starten. Wir werden hier auf hsmnnskst.de seinen Romans “Essenz” veröffentlichen.
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